In seiner Darstellung hatte Vogt auch Marx angegriffen undihn als den Drahtzieher aller von der Londoner Emigration aus-gehenden Gehässigkeiten und Verfolgungen hingestellt, womit esseiue Richtigkeit hatte. Das Marxsche Buch umfaßt au zwei-hundert enggedruckte Seiten in groß Oktav. Es ist in der Ma-nier von des Autors übrigen Schriften mit einem unsagbarenAuswand von mit den Haaren herbeigezogenen Citaten angefüllt,welche bestimmt sind, durch stnpendes Wissen zu blenden. Alt-deutsch und Mittelhochdeutsch, Nibelungen , Tristan, Minnesänger,lateinisch, griechisch, spanisch, italienisch, englisch, Poesie und Prosa,alles aufeinandergehäuft, um den Leser mit Ehrfurcht zu erfüllen.Und dies ganze Aufgebot zur Verzierung einer Dialektik, die jedesWort unter dem Mikroskop zerlegt uud mit Lügen und Schimpfereienum sich wirft, so daß an allen, die nicht zur Clique gehören, keingutes Haar bleibt. Natürlich bekam auch ich meinen Teil. Ich werdemit dem Beinamen Jtzig Beitel Stern Gescheit eingeführt undals ein verkrachter Spekulant geschildert, der durch Anschluß anNapoleons Politik sich zu retten sucht. Wer sich die Zeit und dieGeduld nehmen will, dieses Pamphlet durchzulesen, wird außereiuer Masse vou Notizen über die damaligen Begebenheiten undSchriften auch einen Begriff davon bekommen, wieviel Schmutz,Umtriebe, Komik und Jammer sich in einer Flüchtlingswelt an-häufen können, besonders, wenn noch ein solches Intriganten- undSophisten-Genie ersten Ranges, wie Marx es unleugbar war,darin dominiert. Es wäre ein Stoff für einen Sittenfchilderer.Leider hat ihn kein Eingeweihter unter den Zeitgenossen benützt.
In mündlicher Darstellung war Alexander Herzen für dieLondoner Zustände und Friedrich Kapp für die New-Iorker un-übertrefflich. Man mnß aber diese Incorraxtiklös, die Marx alsEideshelfer herbeiholt, zum Teil aus der Nähe gesehen haben, umden Humor des Ganzen zu verstehen. Damals ebensowenig wiefrüher oder später hab ich mich in diese Klatschgeschichten hinein-ziehen lassen, aber hie und da hab ich einem Tugendhelden ausder Patsche geholfen, wenn er wegen zu zahlender Börsendifferenzendarin saß. Mit Marx bin ich nur eiumal zusammengekommen.Während ich vom Herbst 1849 bis Sommer 1850 in London lebte,besuchte er mich in meiner Wohnung aus einem Anlaß, den ich
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