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Erinnerungen / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
392
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392 Siebentes Kapitel.

Schluß:Wie die Stimmung in Deutschland ist, beweist folgenderBrief eines Buchhändlers in Gießen : Wie kann ich Ihre Broschüredrucken? In vierzehn Tagen haben wir österreichische, in sechsWochen französische Einquartierung!" Es kam aber doch besser.Wenige Tage nach dem Datum obigen Briefes wurde die Schlachtvon Magenta geschlagen, und kurz darauf Solferino, dem derFriede von Villa Franca folgte.

Ich habe in der Vorbemerkung zu dem im dritten Bandmeiner gesammelten Schriften wieder abgedrucktenJuchhe" dasNähere über die Schicksale und die Nachwirkung dieser Flugschrifterzählt; insbesondere auch, wie sie von Julius Fröbel , der sich inden Dienst des österreichischen Ministeriums gestellt hatte, in einerBroschüreDeutschland und der Friede von Villa Franca" alseine von Napoleon bezahlte Arbeit angegriffen wurde.

Dies gab mir den Anstoß, alsbald wieder zur Feder zugreifen. Ich schrieb, abermals anonym, aber unter der Bezeich-nung als Verfasser desJuchhe nach Jtalia" einen offenen Briefan Julius Fröbel, dem ich eine von meinem Freund H. B. Oppen-heim über dasselbe Thema verfaßte Abhandlung als Anhangbeifügte. Diese erschien unter dem Titel:Deutschlands Notund Ärzte" in Berlin , im Verlag von I. C. Huber im selbenSommer 1859.

Nicht lange vorher hatte Fröbel noch sehr freundschaftlich mitmir aus Amerika korrespondiert. Im Juni 1856 schrieb er mireinen sehr interessanten, ausführlichen Brief aus New-Iork, in demer mir seine Lebenspläne auseinandersetzte. Er hatte damals seinAugenmerk auf Honduras gerichtet und die Wichtigkeit diesesLandstrichs für die Verbindung des atlantischen mit dem pazifischenOzean erkannt; er wollte an die Zukunft einer etwaigen Durchstechungvon Panama , wie ich erwähnte, nicht glauben. Ein unternehmenderAmerikaner, namens Squier, plante die Erbauung einer Eisen-bahn durch Honduras , und Fröbel fühlte sich versucht, seine Kraftauf dies Unternehmen zu setzen, wenn es ihm nicht gelänge,sich in Europa eine angemessene Stellung zu schassen. DiesenZweck dachte er zu erreichen, wenn er sich in Paris nieder-ließe, und das Hauptziel seines ersten, nach siebenjährigerUnterbrechung unserer Korrespondenz an mich gerichteten Briefes,